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Affektlogik, fraktale Affektlogik
Dieser Begriff geht auf den Berner Psychiater Luc Ciompi zurück. Er hat seine Theorie in seinem Buch Die emotionalen Grundlagen des Denkens. Entwurf einer fraktalen Affektlogik vorgelegt. Im Kern sagt diese Theorie, dass unsere unsere Gefühle die Grundlage unseres Denkens sind. Laut Ciompi lenken unsere Affekte unsere Aufmerksamkeit, verbinden Gedächtnisinhalte miteinander, öffnen und verschließen Gedächtnisinhalte und dergleichen mehr. Kurz: Ohne Gefühle kein Denken! Dies deckt sich mit den neurologischen Forschungsergebnissen des amerikanischen Neurologen Antonio Damasio – siehe: "Somatische Marker".
Daten, Informationen & Wissen
Daten sind der Rohstoff für Informationen und Wissen. Sie existieren als Zeichen in Form von Zahlen, Texten und Bildern. Sie sind abhängig von unseren Beobachtungsinstrumenten (unsere natürlichen Sinne, technische und geistige Beobachtungsinstrumente wie Mikroskope, Theorien, Konzepte…).
Informationen entstehen aus Daten, die in einen Kontext von Relevanz eingebettet werden. Ein Datum ist nur dann für jemanden eine Information, wenn es für ihn einen bedeutsamen Unterschied zum Rest der Umwelt darstellt.
Wissen entsteht aus Informationen, die in einen Kontext von Erfahrungsmustern eingebettet werden. Diese Erfahrungen müssen für die jeweiligen Personen oder sozialen Systeme (Teams, Unternehmen) bedeutsam sein.
Erfahrungswissen
Auch bekannt als "implizites Wissen". Michel Polanyi brachte es auf den Punkt: "We know more, than we can say." Erfahrungswissen meint all das, was eher als Können beschrieben werden kann und worüber die jeweils betroffene Person selbst nicht viel sagen kann. Es ist meist ein unbewusstes Prozesswissen. Im Laufe der Jahre werden im Beruf tausende von Erfahrungen gespeichert, die als Musterlösungen im Falle neuer Herausforderungen durch Intuition ins Bewusstsein treten können. Achtung: Erfahrungswissen ist nicht identisch mit unserer Intuition. Es ist ein Informations- und Wissenspool, aus dem sich bewusste und unbewusste Suchprozesse bedienen können.
Intuition
Intuition ist eine unbewusste Urteilsbildung, die nachträglich nicht rational erklärt werden kann. Diese Urteilsbildungen führt dann zu Entscheidungen, was wahrgenommen, gedacht und getan wird.
Intuition tritt meistens in Verbindung mit Emotionen und/oder Körperempfindungen auf. Häufig wird Intuition als spontan oder plötzlich auftretendes Phänomen wahrgenommen.
Intuition ist zu unterscheiden von "Instinkt", einem genetisch weitergegebenem, erfahrungsunab- hängigem Verhaltesprogramm. Schwieriger ist die Abgrenzung von Begriffen wie "Ahnung" oder "Inspiration". Im Vergleich zu diesen Begriffen wird schnell deutlich, dass "Intuition" kein randscharfer Begriff ist, der sich immer leicht von anderen Begriffen abgrenzen lässt.
Instabilitäts- und Unsicherheitstoleranz
Die Fähigkeit, mit dem ständigen Wandel und den damit verbundenen Instabilitäten und Unsicherheiten souverän umgehen zu können. Diese bezieht sich genauso auf Einzelpersonen wie Teams und ganze Unternehmen, bzw. Organisationen. Da der Aphorismus vom Wandel als einzig Beständigem mittlerweile alle sozialen Systeme wie Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Nicht-Regierungsorganisationen erfasst hat, werden in Zukunft diejenigen erfolgreicher sein, die flexibel und schnell auf die jeweils neuen Anforderungen reagieren können. Das erfordert intuitives Improvisationgeschick.
Möglichkeitsraum
heißt, Fragen und neue Denk- und Handlungsweisen als Möglichkeit zuzulassen. Möglichkeitsräume entstehen dann, wenn Unsicherheit und Nichtwissen nicht gleich wieder mit scheinbarem Wissen zugepflastert wird. In einem Möglichkeitsraum kann sich bei den Mitarbeitern und Führungskräften ein Möglichkeitssinn enfalten: Ein kreatives Gespür für effektive und effiziente Lösungen.
Nichtwissen
Nichtwissen ist wesentlich mehr als einfach nur "nicht zu wissen". Es gibt verschiedene wichtige Dimensionen:
1. Weiß eine Person oder Organisation um ihr Nichtwissen? Mit bewusstem Nichtwissen kann ganz anders umgegangen werden, als mit nicht bewusstem, das dadurch schnell eine destruktive Wirkung bekommen kann.
2. Ist das Nichtwissen relevant oder irrelevant? Mit irrelevantem Nichtwissen muss sich kein Unternehmen herumschlagen. Das aber kann es nur herausfinden, wenn es ihm bewusst ist.
3. Ist das Nichtwissen spezifisch oder unspezifisch? Diese Unterscheidung geht auf den Soziologen Niklas Luhmann zurück: Ist das Nichtwissen ein lösbares Problem (spezifisches Nichtwissen) oder nichtlösbar (=unspezifisch)? Auch dies setzt ein entsprechendes Bewusstsein voraus.
4. Es gibt gemäß meiner eigenen Studie mit mehreren Unternehmen 2 wichtige Arten von Nichtwissen: a) Operationales Nichtwissen: All das, was wir nicht wissen, weil wir keine Gedanken lesen können (nicht banal – denken sie nur an Personalentscheidungen…). b) Strategisches Nichtwissen: Unternehmenslenker kennen nicht die Zukunft, müssen aber das Unternehmen daraufhin ausrichten.
Offene Expertise
Expertise ist wertvoll; aber auch gefährlich, weil sie Scheuklappen schafft, Ungewohntes rechts und links neben dem Expertenblick zu übersehen. Neue Erfahrungen werden über alte Erfahrungsklingen geschoren. Offene Expertise verbindet die Vorteile von Expertise und Anfängergeist. Ein offener Experte hat eine Menge Know-How aber auch die Fähigkeit, sein eigenes Fachwissen immer zu hinterfragen und neue Wege auszuprobieren.
Selbstorganisation
meint die Fähigkeit von (sozialen) Systemen, sich selbst ohne die Anleitung eines anderen zu organisieren. Konkret: Einzelne Personen oder Teams und Abteilungen organisieren ihre Arbeit selbst; legen selbst fest, was wichtig und dringlich ist, definieren selbst Kriterien, was relevante Daten sind und dergleichen mehr. Selbstorganisation ist die Antwort auf nicht mehr steuerbare Unternehmen und Organisationen in unserer hyperkomplexen Gesellschaft. Die Aufgabe von Vorständen und Geschäftsführern besteht somit darin, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Selbstorganisation nicht nur zulassen, sondern fördern.
Somatische Marker
sind alle möglichen Körperempfindungen, die unsere Aufmerksamkeit auf positive oder negative Erlebnisse lenken. Sie werden durch Erfahrung erworben und unserer Intuition als Start- oder Stoppsignal. Das Konzept der "Somatischen Marker" geht auf den amerikanischen Neurologen Antonio Damasio zurück.
Spiegelneurone
Diese Neuronenart hat ihren Namen durch ein besonders Phänomen erhalten: Einige unserer Neurone simulieren Handlungen, die wir an anderen beobachten. Dies fand eine Arbeitsgruppe um den italienischen Physiologieprofessor Rizzolatti heraus: Ein Affe, der einen anderen beim Essen einer Nuss beobachtete, zeigte eine Aktivierung derselben Handlungsneurone. Die Ergebnisse wurden in verschiedenen Experimenten auf Menschen übertragen.